Lärmbelastung

Lärm und Abgase von ca. 5,4 Mio Fahrzeugen pro Jahr schädigen die Gesundheit der Bürger von Hilpoltstein. Bei der amtlichen Verkehrszählung 2010 wurden täglich ca. 15.000 Fahrzeuge davon ca. 1.000 Lkw registriert. Tendenz steigend. Damit herrscht auf dem Altstadtring eine Verkehrsdichte wie auf der B2 zwischen Röttenbach und Weißenburg.

Lärm

Zum Schutz der Nachbarschaft vor schädliche Einwirkungen durch Verkehrsgeräusche, dürften nach der Verkehrslärmschutzverordnung (16. Bundesimmissionsschutzverordnung) folgende Werte nicht überschritten werden:

Wohngebiete / Kerngebiete:  

  • Tag:  59 dB(A) / 64 dB(A)
  • Nacht:   49 dB(A) / 54 dB(A)

Welcher Verkehrslärm herrscht in Hilpoltstein?

Dies wird anhand der Verkehrsdichte nach RLS-90 errechnet. Dabei ergeben sich für die direkten Anwohner folgende Werte:

  • Allersb.- Rother- u. Heid.- Str.:       Tag 71 dB(A)          Nacht   61 dB(A)
  • Altstadtring: Tag 74 dB(A)          Nacht   64 dB(A)
  • Altstadtring im Ampelbereich:  Tag 77 dB(A)          Nacht   63 dB(A)

Die Bürger von Hilpoltstein sind also Tag und Nacht weit mehr dem gesundheits-schädlichem Lärm ausgesetzt, wie es die Vorschrift vorsieht!

Wie wirkt Lärm auf den Menschen?

Hohe Schallintensitäten und chronischer Lärmstress können zu zahlreichen Beeinträchtigungen und Erkrankungen des Menschen führen, z.B.:

  • Schwerhörigkeit
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Nervosität / Stressreaktionen
  • Erhöhter Blutdruck
  • Herz-Kreislaufkrankheiten
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Herabsetzung der Lern- und Leistungsfähigkeit
  • Beeinträchtigung bei der Erholung und Entspannung
  • Störung der Kommunikation

Medienberichte, die die  Auswirkungen von Lärm auf die Gesundheit thematisieren:

Krank durch Lärm / 4.000 Herzinfarkte durch Straßenlärm:

An Lärm kann man sich nicht gewöhnen. Bei Lärmbelastung schüttet der Körper Stresshormone aus. Bei Menschen, die durch Lärmbelästigung unter Schlafstörungen leiden, steigt das Risiko für Allergien, Herzkreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Migräne erheblich. Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, wird so auf Dauer erhöht. Die Stressreaktionen laufen unbewusst über das autonome Nervensystem und treten deshalb auch im Schlaf auf. Nach einer Schätzung des Helmholtz Zentrum München, sind pro Jahr in Deutschland rund 4.000 Herzinfarkte auf diese Lärmbelastung zurückzuführen.

Quelle: ZDF

Eine Million gesunder Lebensjahre gehen verloren (WDR 05.03.2013)

Eine Million gesunder Lebensjahre gehen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den westeuropäischen Ländern jährlich durch Lärmeinwirkung verloren. Das bedeutet nichts anderes, als dass jedes Jahr überall Menschen durch Lärm krank werden oder sogar in Folge dieser Erkrankungen sterben. (WDR 05.03.2013)

Quelle: WDR-Fernsehen

Krank durch Lärm (Das Erste 01.04.2014)

Verkehrslärm – mehr als 50 Prozent der Deutschen leiden darunter. Ihre Sorge ist berechtigt. Neue Studien zeigen, dass Lärm die Gesundheit massiv schädigt und sogar das Herzinfarktrisiko erhöht. Die Politik müsste handeln, doch das kostet Geld. report München über eine unterschätzte Gefahr. (Autoren: Pia Dangelmayer, Sebastian Kemnitzer)

Quelle:Youtube

Spiegel-Online (27.04.2014)

Lärm setzt gefährliche Kaskade in Gang, auch wenn der Betroffene den Lärm gar nicht bewusst wahrnehme oder nicht als störend empfinde – etwa im Schlaf, sagt Stefan Kääb, Leitender Oberarzt an der Medizinischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Je länger ein Mensch in zu lauter Umgebung lebe, desto größer werde sein Risiko für gesundheitliche Probleme. Viele Betroffene und auch Mediziner hätten Lärm als mögliche Krankheitsursache noch nicht präsent.

Quelle: Spiegel-Online