Veranstaltung der Umgehungsstraßen-Gegner

Infoveranstaltung der Umgehungsstraßen-Gegner

Nach dem sich Ende Juni eine Bürgerinitiative gegen die Umgehungsstraße unter dem Namen „Bigu“ gegründet hatte, luden diese am 16. Juli zu einer Infoveranstaltung ins Hofmeierhaus, um die Bürgerinititiative selbst und ihre Gründe und Argumente gegen eine Umgehungsstraße vorzustellen. Das Bigu Team besteht aus Christoph Leikam (Grüne), Markus Meier, Hans Joachim Müller, Helmut Neumweg (CSU) Christine Rodarius (SPD) und Benny Beringer (SPD).

Also genau Vertreter der Parteien, die die Umgehungsstraße in einer bemerkenswerten Einigkeit schon im Stadtrat abgelehnt hatten. Auch einige Vertreter der IG Pro-Umgehung-Hip nutzten die Gelegenheit, sich die Argumente der Umgehungsstraßen-Gegner vor Ort zu informieren.

Wer nun aber erwartet hatte, dass die Umgehungsstraßen-Gegner ihre Argumente in ruhiger, sachdienlicher Art und Weise dargelegen würde, wurde schnell eines Besseren belehrt. Hier ging es nicht nur darum, Argumente darzulegen sondern auch darum, zu provozieren. Insbesondere der Sprecher der Bigu, Hans Joachim Müller machte dies deutlich, als er in seiner Präsentation immer wieder zu provozierende Spitzen gegen die Umgehungsstraßen-Befürworter hinreißen ließ.

Folgende Argumente brachte Müller gegen die Umgehungsstraße:

  • Nach Ansicht der Bigu würde die Umgehungsstraße weit weniger Entlastung bringen, als von den Befürwortern prognostiziert. Konkrete Studien oder Untersuchungen, die dies en Detail belegen, konnte er allerdings nicht vorlegen
  • Die Kosten der Umgehungsstraße, die vom Ingenieurbüro Klos in der Machbarkeitsstudie von 13 Mio. Euro veranschlagt wurden, bezeichnete er als unzutreffend. Er stellte 35 Mio. Euro Kosten in den Raum, hatte aber keine offizielle Studie oder ähnliche Untersuchungen, die dies belegen.
  • Ein weiteres Argument gegen die Umgehungsstraße ist aus Sicht der Bigu die massive Zerstörung der Natur. Um dies zu „untermauern“, präsentierte Müller Bildmontagen, die die Eingriffe in die Natur durch die Umgehungsstraße zeigen sollten. Dass man mittels Bildbearbeitung sich die Argumente wunderbar zurecht-„photoshopen“ kann, ist ja nun nichts neues. Bei den präsentierten Bilder hatte man allerdings  z.T. den Eindruck, es ginge hier nicht um eine Umgehungsstraße, sondern um eine Autobahn.  Zur Gefährdung von Tierwelt und Natur hielt Dr. Lindeiner vom LBV einen Vortrag.
  • Nach Ansicht der Bigu wären auch die Existenz von Einzelhändlern in der Innenstadt und entlang des Altstadtrings durch die Umgehungsstraße gefährdet,weil die Geschäfte vom Verkehr und damit von den Kunden abgeschnitten würden.

Darüber hinaus präsentierte die Bigu auch eigene Vorschläge, wie die Verkehrsbelastung in Hilpoltstein reduziert werden könnte:

  • Ausbau des öffentlichen Personen-Nahverkehrs. Mit konkreten belastbaren Zahlen, wie dies die Verkehrsbelastung auf dem Altstadtring und insbesondere das Problem des LKW-Verkehrs reduzieren sollte, konnte die Bigu allerdings nicht vorlegen.
  • Elektromobilität: Ein weiterer Vorschlag der Bigu war, im Stadtbereich nur noch mit E-Autos zu fahren. Darüber hinaus kam der Vorschlag, verstärkt auf das Verkehrsmittel Fahrrad statt Autos zu setzen. Wie die Bürger allerdings bewegt werden sollen, auf Fahrrad und E-Autos umzusteigen, konnte die Bigu nicht konkret darlegen.

Zusammenfassend kann man sagen:
Der Bigu geht es vor allem um die Verhinderung der Umgehungsstraße. Ein konkretes belastbares Konzept, wie die Befürworter mit der Umgehungsstraße vorgelegt haben, fehlt bei der Bigu komplett. Allgemeine Vorschläge wie die Stärkung des ÖPNV, Umstieg auf E-Autos und Fahrrad wirken wie Absichtserklärungen, von denen keiner weiß, ob und zu welchen Kosten sie überhaupt funktionieren.

Oder um es salopp zu formulieren:
Wir sind gegen die Umgehungsstraße, haben allerdings keine konkrete realistische Alternative. Die Bürger müssen eben erstmal mit dem Verkehrsinfarkt auf dem Altstadtring, dem Lärm und den Abgasen leben.

4 Kommentare zu “Veranstaltung der Umgehungsstraßen-Gegner

  1. ein Hoch auf die Zerstörung der Umwelt durch die Umgehung. Vllt sollten die Befürworter sich einfach mal in die Natur begeben und sich persönlich anschauen was sie zerstören wollen? Es ist ja nicht so als ob man viele der Probleme der Befürworter durch eine bessere Ampelschaltung lösen könnte. Und die Belastung für die Familien um den Bahnhof und in Hoffstetten, welche aufgrund der ruhigen Lage dorthin gezogen sind, spielt ja offensichtlich keinerlei Rolle solange der Altstadtring keine Belastung mehr erfährt

    • Hallo S.
      keinen Arsch in der Hause und anonym so einen Kommentar verfassen. :-(
      Einen Satz hierzu. Alle Bürger die in den letzten Jahren um den Bahnhof und Hofstetten Grundstücke gekauft haben, wurden darüber informiert, dass evtl da mal eine Umgehungsstraße kommt und haben auch vor dem Kauf dafür unterschrieben. Und genau diese Bürger unterstützen alle die BIGU und spielen den großen Mann. Satt mal nach anständigen Lösungen suchen und sich miteinander an einen Tisch setzen.
      PRO Umgehung spricht immer nur davon, dass eine Umgehungsstraße notwendig ist.
      Wir sagen aber nicht, dass es die geplante sein muß!!!
      Mal darüber nachdenken S.

  2. Es ist schon schade,
    die Bigu verlangt von den Bürgern mit dem Fahrrad oder zu Fuß sich vortzubewgen und schafft es nicht mal das alle Initiatoren der Bigu dies tun!!!!!!

  3. Hier kann man nur eines dazu sagen, schaut Euch die Namensliste der BIGU an.
    Dann sieht jeder einzelne um wem und was es hier wirklich geht.

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